Der Regierungsrat hatte entschieden, im Wettsteinquartier keinen Superblock-Versuch durchzuführen. Dies mit der Begründung, das Quartier sei durch den Zugang zum Rhein bereits privilegiert. Zudem, so der Regierungsrat, fehle es im Quartier an Begegnungszonen, die sich sozusagen als «Ausgangsbasis» für den Superblock-Versuch eignen.

Natürlich waren wir von wettstein21 und alle, die am Quartierlabor teilgenommen haben, enttäuscht. Denn wir haben mit dem Quartierlabor und der «Charta für ein zukunftsfähiges Wettsteinquartier» das Thema «Superblocks» überhaupt erst auf die politische Agenda gehievt. Und wir haben über 300 Personen im Quartier zusammengebracht, die unsere Petition unterschrieben haben.

Nun haben wir beschlossen, dass wir im ganzen Quartier Begegnungszonen beantragen – überall dort, wo dies gesetzlich möglich ist. Das heisst, gemäss Vorgaben des Kantons: Zonen, in denen Tempo 20 gilt, in denen Füssgänger:innen und Velofahrer:innen und spielende Kinder Vortritt haben, die mit Sitzgelegenheiten und Blumenkisten bestückt sind. Dabei gehen wir Strassenabschnitt pro Strassenabschnitt vor, wie es die Vorgaben des Kantons festlegen; und möchten pro Strassenabschnitt mindestens einen Drittel der Haushalte im Strassenabschnitt dazu gewinnen, den Antrag zu unterschreiben.

Wir fordern mit unserer Initiative «BB+» auch eine Begrünung der Begegnungszonen, die über die minimalen Voraussetzungen hinausgehen: also Begegnungszonen mit Bäumen, mit Büschen, mit Fassadenbegrünungen. Deshalb lancierten wir parallel zu den Anträgen zu einer Begegnungszone auch nochmals eine Petition.

Die Planung für die Begegnungszonen im Wettsteinquartier kommt zügig voran:

  • Demnächst werden die Haushalte über die konkreten Vorhaben der Umgestaltung der Strassenabschnitte vom Bau- und Verkehrsdepartement informiert.
  • Und am 18. Mai von 18.30 bis 20.30 Uhr werden die betroffenen Anwohner:innen Gelegenheit haben, an der Planung mitzuwirken, z.B. wo mehr Bänke hinkommen und Abstellplätze für Velos. Die Veranstaltung zusammen mit dem Stadtteilsekretariat findet im Sudhaus statt.
  • Sodann setzt sich das Baudepartement mit diesen Vorschlägen auseinander und setzt das um, was möglich ist (nicht alle Wünsche können berücksichtigt werden, es gibt gesetzliche und planerische Vorgaben, die eingehalten werden müssen).
  • Dann, wahrscheinlich im Spätsommer (ist aber noch unsicher) erhalten alle Haushalte der Strassen, die eine Begegnungszone beantragt haben, den letzten Stand der Planung, und es gibt strassenweise eine Abstimmung. Stimmen mindestens 2/3 aller Haushalte (jeder Haushalt hat eine Stimme) zu, ist die Begegnungszone in der eigenen Strasse genehmigt und kann umgesetzt werden.